Musikalische Christnacht  2004
Heiligabend, 22:30 Uhr, evangelische Kirche Köndringen

Bild: B. Waizmann 
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Programm:

Canzona per Organo 
e Orchestra a Fiato   Kees Schoonenbeck
   Begrüßung
  Lied: Vom Himmel hoch
   Eingangsgebet

Schafe können sicher weiden   Bach 
   Lesung aus dem Weihnachtsevangelium

Der Winter  aus den vier Jahreszeiten von Vivaldi
  Ansprache
  Lied: Zu Bethlehem geboren

Die Entführung aus dem Serail   Mozart
   Fürbitten / Vater unser
   Segen
  Lied: Stille Nacht
Elisabeth    Michael Kunze / Sylvester Levay

Mozart !  - (Zugabe)

White Christmas (Zugabe)

Badische Zeitung vom Montag, 27. Dezember 2004 

Ein Geschenk an die Menschen
Winzerkapelle gab mit ihrer letzten musikalischen Christnacht einen Vorgeschmack auf das Fest zum 100-jährigen Bestehen

Von Siegfried Peter

TENINGEN-KÖNDRINGEN. Mit einer großartigen Leistung setzte der Musikverein "Winzerkapelle" Köndringen mit Dirigent Alfredo Mendieta einen Schlusspunkt unter die lange Reihe seiner Konzerte am Heiligen Abend in der wieder bis zum letzten Platz besetzten evangelischen Kirche. Er gab damit auch einen Vorgeschmack auf das, was den Freunden der Blasmusik bei den Veranstaltungen aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Vereins im kommenden Jahr geboten wird.

Gleich der Auftakt mit "Canzona per Organo e Orchestra a Fiato" des niederländischen Komponisten Kees Schoonenbeck setzte Maßstäbe. Es war ein fast 20 Minuten dauerndes monumentales Zwiegespräch zwischen der von dem Freiburger Organisten und Komponisten Stefan Scharring gespielten Orgel und dem Orchester, bei dem kräftige Paukenschläge mit feinen Sequenzen wechselten. Nebenbei ergab sich für die Besucher ein interessanter Einblick in die Probenarbeit: zuerst mussten die Instrumente auf die Orgel eingestimmt, und danach wieder auf die normale Frequenz von 442 Herz zurück gestimmt werden.

Gefühlvoll ertönte danach die Kantate "Schafe können sicher weiden" von Johann Sebastian Bach. Bei dem Largo "Der Winter" aus dem Konzert "Die vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi vermittelten geschwungene Glöckchen das Gefühl einer Fahrt mit dem Pferdeschlitten. Die danach folgende Musik aus der Oper "Die Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart brachte orientalisches Temperament in die Kirche. Im schnellen Wechsel trillerten die Querflöten, ertönten die Trommeln und füllten die Instrumente des ganzen Orchesters den weiten Raum. Zwischendurch wurden Weihnachtslieder gesungen und Mitglieder der Kapelle lasen Texte aus dem Weihnachtsevangelium. Pfarrer Andreas Bordne ging in seiner Predigt zurück bis auf den Stammvater David und zog von dem Geschenk Gottes an die Menschen eine Verbindung zu dem Geschenk, das die Winzerkapelle seit 1977 jedes Jahr den Besuchern der Christmette und mit deren Spende auch der Kirchengemeinde gemacht hat. Im Gebet erinnerte er auch an die Menschen, die wie Maria und Joseph vor zweitausend Jahren auf der Straße leben.

Mit Melodien aus den Musicals "Elisabeth" und "Mozart" gab es gegen Mitternacht ein grandioses Finale. Stehend klatschten die Besucher minutenlang Beifall. Etwas Wehmut machte sich breit, als Vorsitzender Werner Schillinger "mit einem weinenden und einem lachenden Auge" die Gründe darlegte, warum die 27. Musikalische Christnacht nach Lage der Dinge die letzte gewesen ist. Die seit Jahren als Zugabe gespielte "Weiße Weihnacht" durfte auch dieses Mal nicht fehlen. 
 
 
 

Badische Zeitung vom Freitag, 24. Dezember 2004 
Eine schöne Köndringer Tradition geht zu Ende
Nach 27 Jahren gab die Belastung der Musiker im Jubiläumsjahr den Ausschlag: Musikalische Christmette heute zum letzen Mal

TENINGEN-KÖNDRINGEN (sp). Nach 27 Jahren geht heute eine von der "Winzerkapelle" liebevoll gepflegte Tradition zu Ende. Die um 22.30 Uhr beginnende Christmette in der evangelischen Kirche wird wohl die letzte in dieser langen Reihe sein. Voraus gegangen sei dieser Entscheidung eine lange Diskussion unter den Musikern, sagte der Vorsitzende Werner Schillinger. Schon vor Jahren hätten einige von ihnen die Meinung vertreten, der Heilige Abend gehöre der Familie. Doch schon um 21 Uhr mussten die Musiker zu den Vorbereitungen in die Kirche und nach dem Konzert wurde bis lange nach Mitternacht aufgeräumt. Den Ausschlag habe letztendlich das dichte Programm für das Jubiläumsjahr 2005 gegeben; dazu kamen Verpflichtungen bei anderen Vereinen und bei der Gemeinde. Nach Meinung der Vorstandes wäre es schwer gewesen, die Aktiven für eine weitere Veranstaltung zu motivieren. Für viele Musikfreunde, die in den letzten Jahren die Kirche bis auf den letzten Stehplatz gefüllt haben, ist das sicher kein erfreuliches Weihnachtsgeschenk. Für die Kirchengemeinde ist es nicht nur ein kultureller, sondern auch ein finanzieller Verlust. Die Spenden gingen 25 Jahre lang voll an die Kirchengemeinde, erst in den letzten beiden Jahren erhielt der Musikverein ein Drittel als Ersatz für seine Auslagen. Jedes Jahr sei ein neues Programm geboten worden, für das auch neue Noten angeschafft wurden, betonte Schillinger. Nur wenige Stücke hätten bei anderen Veranstaltungen gespielt werden können. Als Abschiedsgeschenk wollen Dirigent Alfredo Mendieta und die Aktiven etwas ganz Besonderes bieten. Bei der "Canzona per Organo e Orchestra a Fiato" von Kees Schoonenbeek und Melodien aus dem Musical "Elisabeth" von Michael Kunze und Sylvester Levay wird das Orchester von der Orgel begleitet. Da die Köndringer Orgel sehr tief gestimmt ist, müssen die Instrumente auf 238 Hertz eingestimmt werden. Außerdem stehen auf dem Programm Melodien aus der "Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart, "Largo from Winter" aus den "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi, und "Schafe können sicher weiden" von Johann Sebastian Bach.
 


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