118. Blau-Weiss-Kappenabend
am 26. Januar 2008 in der Fritz-Boehle-Halle Emmendingen


 
Emmendinge Tor vom 16.01.2008

Narrenrat „Blau-Weiß“ zündete ein gut viereinhalbstündiges gelungenes Feuerwerk

von Detlef Berger.

Emmendingen. Auch die 118. Auflage
des Blau-Weiß-Kappenabends wurde am vergangenen Samstag in der gut besuchten Fritz-Boehle-Halle zu einem furiosen Highlight. Das fast viereinhalb Stunden andauernde Power-Programm sorgte für einen rundum gelungenen „Narren-Cocktail“.

Nach dem Einmarsch der Zünfte, der
Eröffnungsmusik der Winzerkapelle Köndringen als „Hausband“ und den stimmungsvollen Auftritten des Fanfarenzuges „Hachberger Herolde“ und der Kindergarde sorgte Blau-Weiß-Präsident Jo Saar gleich zu Beginn für unfreiwilliges Gelächter.

Er
kündigte zur Verwunderung des Publikums den Endspieleinzug der Deutschen Handballer an (Deutschland verlor im Halbfinale gegen Dänemark) und benannte kurzerhand die Winzerkapelle in „Weinbergmusikanten“ um. Nobody is perfect!? Ajo! 
Für ein erstes Stimmungshoch sorgten die „Sportfreunde“ Peter van der Kleij, Hartmut Mössner und Hartmut Ott mit dem umgedichteten Handball-WM-Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann...?“ sowie zwei Zugaben. Klar, dass der böse Sturz von Präsident Jo Saar vom Obstbaum parodiert wurde. Beim geschliffenen Prolog von Gewerbevereins-Vorsitzender Christl Gräber bekamen alle Parteien bayrisch-direkt ihr „Fett weg“. Mit dem feinen „närrischen Florett“ gepiekst kritisierte sie die Eisbahn-Gegner („heuchlerische Moralapostel“) und parodierte die umstrittene BZ-Wahl „Der bedeutendste Emmendinger - Oscar Guidone“. „Mundakrobatik“ vom Feinsten boten die ZMF-Nachwuchsgewinner „Acoustic Instinct“. Die drei Stimmenkünstler erwiesen sich a-capella als Meister der Töneund Rhythmen. Klasse! Sportliche Höchstleistungen in atemberaubender Schieflage einhergehend mit musikalischem Kokolores zeigten die „Drei Scharmööre“ Wilfried Klingberg, Rainer Uwira und Volker Schlenk nebst Rosenkavalier Karl Pleuler (Zugabe!). Als Moralapostel der „Kirche der kapitalen Erleuchtung“ hatten danach die „Wäckerlis“ (Kulturpreisträger Simone und Clemens Allweyer) in herrlichem Schweizer Dialekt die Lacher auf ihrer Seite. Sie nahmen die überhöhten Managergehälter aufs Korn, bezeichneten „Hungerlöhne als wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit“ und forderten den im Publikum weilenden OB Stefan Schlatterer dazu auf, etwas dafür zu tun, damit es in Emmendingen mehr Kinder gibt. Wie wäre es mit einer Krabbelecke während der Bürgersprechstunde oder kostenlosem Kinderschwimmen in seinem Swimmingpool? Ajo! Nach dem Damenballett von Anja Bogen trieben die beiden Vollblutnarren Jo Saar und Hartmut Mössner als „Weihnachtsgeschädigte“ ihr Unwesen. Respektlos und zuweilen bitterböse lästerten sie über die Beamten, das „schwache Geschlecht“ und die „geliebten Teninger“, schipperten zielgenau durch den „Fremdwörter- Dschungel“ und witzelten ebenfalls über die BZ-Wahl „Bedeutendster Emmendinger“. Der Bockfrühschoppen lässt schon jetzt grüßen! „Saar“genhaft! Die drei „Ampelmännchen“ Michael Bach, Hennes Wild und Martin Zahn präsentierten zum Abschluss des ersten Teiles ihren fulminanten „Emmendinger Ampel- Blues“. Die kabarettistisch-musikalische Verkehrsschau zu bekannten Melodien kam beim Publikum glänzend an. Die gegenüber der letzten Kampagne leicht dezimierte Teninger  Guggemusik „Schapfe-Clique“ läutete stimmungsvoll den zweiten Teil ein. Beim von Tella Saar einstudierten Männerballett „Princess on ice“ mit acht Gemeinderäten aller Fraktionen blieb danach kein Auge trocken. Nicht frauenfeindlich, dafür reichlichmännerfreundlich kam der Vortrag des Männerkabaretts „Die Rache vom Kreiskrankenhaus“ mit Peter van der Kleij, Dr. Peter Schwenk und Dr. Klaus Winterhalter daher. Es gebe zwei Phasen, wo der  Mann die Frau nicht versteht – „vor und nach der Hochzeit...“. Die pointenreiche Antwort von Frauenseite blieb in Gestalt der Hamburger Kabarettistin Helga Siebert als „Fischkopp“ nicht aus. Sie sorgte für ein Nord(glanz)licht und trat den Beweis an, dass Norddeutsche keinesfalls zurückhaltend und unterkühlt sind. Ein närrisch-kabarettistisches Feuerwerk allererster Güte! Mit der „Sängerrunde Rot-Weiß-Underberg“ und Tenorsänger und EFG-Vize Horst G. Bürklin wurde das große Finale furios eingeläutet. Nach dem Programm teilte sich das Publikum. Die einen bevorzugten die lauschige Blau-Weiß-Kellerbar, die anderen tanzten in der Halle zur Musik der Band „The Groovties“ und genossen die Leckereien des Gasthauses „Freiämter Hof“ – praktisch als „Sahnehäubchen“ auf einen gelungenen und äußerst amüsanten Abend. Detlef Berger.

Musikverein Winzerkapelle Köndringen e.V.  -  IMPRESSUM