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Emmendinge Tor vom 16.01.2008
Narrenrat
„Blau-Weiß“ zündete ein gut viereinhalbstündiges
gelungenes Feuerwerk
von Detlef Berger.
Emmendingen. Auch die 118. Auflage des
Blau-Weiß-Kappenabends wurde am vergangenen Samstag in der gut
besuchten Fritz-Boehle-Halle zu einem furiosen Highlight. Das fast
viereinhalb Stunden andauernde Power-Programm sorgte für einen
rundum gelungenen „Narren-Cocktail“.
Nach dem Einmarsch der Zünfte, der Eröffnungsmusik der Winzerkapelle Köndringen als „Hausband“ und den stimmungsvollen Auftritten des
Fanfarenzuges „Hachberger
Herolde“ und der Kindergarde
sorgte Blau-Weiß-Präsident
Jo Saar gleich zu Beginn für
unfreiwilliges Gelächter.
Er kündigte zur
Verwunderung des Publikums den
Endspieleinzug der Deutschen
Handballer an (Deutschland verlor
im Halbfinale gegen Dänemark) und benannte kurzerhand die Winzerkapelle in „Weinbergmusikanten“ um. Nobody is perfect!? Ajo! |
| Für ein erstes
Stimmungshoch sorgten die
„Sportfreunde“ Peter van der
Kleij, Hartmut Mössner und Hartmut Ott mit dem umgedichteten Handball-WM-Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann...?“ sowie zwei Zugaben. Klar, dass der böse Sturz von Präsident Jo Saar vom Obstbaum
parodiert wurde. Beim
geschliffenen Prolog von
Gewerbevereins-Vorsitzender Christl
Gräber bekamen alle Parteien
bayrisch-direkt ihr „Fett weg“.
Mit dem feinen „närrischen Florett“ gepiekst kritisierte sie die Eisbahn-Gegner („heuchlerische Moralapostel“) und parodierte die umstrittene BZ-Wahl „Der bedeutendste Emmendinger - Oscar Guidone“. „Mundakrobatik“ vom Feinsten boten die ZMF-Nachwuchsgewinner „Acoustic Instinct“. Die drei Stimmenkünstler erwiesen sich a-capella als Meister der
Töneund Rhythmen. Klasse!
Sportliche Höchstleistungen
in atemberaubender Schieflage
einhergehend mit musikalischem Kokolores
zeigten die „Drei
Scharmööre“ Wilfried Klingberg, Rainer Uwira und Volker Schlenk nebst Rosenkavalier Karl Pleuler (Zugabe!). Als Moralapostel der „Kirche der kapitalen Erleuchtung“ hatten danach die „Wäckerlis“ (Kulturpreisträger Simone und Clemens
Allweyer) in
herrlichem Schweizer Dialekt
die Lacher auf ihrer Seite.
Sie nahmen die überhöhten Managergehälter aufs Korn,
bezeichneten „Hungerlöhne
als wichtigen Beitrag zur
Volksgesundheit“ und forderten
den im Publikum weilenden OB
Stefan Schlatterer dazu auf, etwas
dafür zu tun, damit es in Emmendingen mehr Kinder gibt. Wie wäre es mit einer Krabbelecke
während der
Bürgersprechstunde oder kostenlosem
Kinderschwimmen in seinem
Swimmingpool? Ajo! Nach dem
Damenballett von Anja Bogen trieben
die beiden Vollblutnarren Jo Saar
und Hartmut Mössner als „Weihnachtsgeschädigte“
ihr Unwesen. Respektlos und
zuweilen bitterböse lästerten
sie über die Beamten, das
„schwache Geschlecht“ und die „geliebten
Teninger“, schipperten zielgenau
durch den „Fremdwörter- Dschungel“
und witzelten ebenfalls über
die BZ-Wahl „Bedeutendster Emmendinger“.
Der Bockfrühschoppen lässt
schon jetzt grüßen! „Saar“genhaft!
Die drei „Ampelmännchen“ Michael
Bach, Hennes Wild und Martin
Zahn präsentierten zum
Abschluss des ersten Teiles ihren fulminanten „Emmendinger Ampel- Blues“. Die kabarettistisch-musikalische Verkehrsschau zu bekannten Melodien kam beim Publikum glänzend an. Die gegenüber der
letzten Kampagne leicht
dezimierte Teninger Guggemusik
„Schapfe-Clique“ läutete
stimmungsvoll den zweiten
Teil ein. Beim von Tella Saar einstudierten
Männerballett „Princess on
ice“ mit acht Gemeinderäten aller Fraktionen blieb danach kein Auge trocken. Nicht frauenfeindlich, dafür reichlichmännerfreundlich kam der Vortrag des Männerkabaretts „Die Rache vom Kreiskrankenhaus“ mit Peter van der Kleij, Dr. Peter Schwenk und Dr. Klaus Winterhalter daher. Es gebe zwei Phasen, wo der Mann die Frau nicht versteht – „vor und nach der Hochzeit...“. Die pointenreiche Antwort von Frauenseite blieb in Gestalt der Hamburger Kabarettistin Helga Siebert als „Fischkopp“ nicht aus. Sie sorgte für
ein
Nord(glanz)licht und trat den Beweis an, dass Norddeutsche keinesfalls zurückhaltend und unterkühlt sind. Ein närrisch-kabarettistisches Feuerwerk allererster Güte! Mit der „Sängerrunde
Rot-Weiß-Underberg“ und
Tenorsänger und EFG-Vize Horst G. Bürklin wurde das große
Finale furios eingeläutet.
Nach dem Programm
teilte sich das Publikum. Die
einen bevorzugten die
lauschige Blau-Weiß-Kellerbar, die anderen tanzten in der Halle zur Musik der Band „The Groovties“ und genossen die Leckereien des Gasthauses „Freiämter Hof“ –
praktisch als
„Sahnehäubchen“ auf einen gelungenen
und äußerst amüsanten Abend. Detlef Berger.
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